Goldprüfgeräte
Goldmünzen prüfen - Goldmünzen testen
Wie bei den Barren, so schwören meist Edelmetallhändler auf die ihnen bekannte Klanghöhe beim Anschlagen einer Münze. Eine quantitative und nachvollziehbare Analyse eines Edelmetallobjektes stellt diese Methodik allerdings nicht dar. Die Prüfung auf hellen oder dunklen Tafeln zur Untersuchung des Strichs von Edelmetallobjekten als auch z.B. die Röntgenfluoreszenz-Spektralanalyse ergeben nur Resultate für die Oberfläche des Prüfobjektes, aber nicht eine durchgehende Prüfung.
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Abb. 1: Kanadische
Maple Leaf Goldmünzen zu 1 oz.
Die von AuroTest
angebotenen Prüfsets ATS 1000 und
ATS 2000 besitzen diese Nachteile
traditioneller Prüfverfahren nicht, sondern:
1. Die Prüfung von Münzen besteht - nach Entnahme aus oft vorhandenen Kunststoffkapseln oder Folien - in einer kombinierten Messung der Dichte der Edelmetallmünze und der Messung der Ultraschallgeschwindigkeit an mehreren Stellen. Beide Meßmethoden sind für die Münze völlig unschädlich und absolut zerstörungsfrei. Die Münzen kommen dabei nur mit destilliertem Wasser und einer gut wasserlöslichen Einkoppelflüssigkeit für die kleine Ultraschallsonde an der Oberfläche der Münze in Kontakt.
2. Die Dichte der Münze wird in dazu geeignet gewählten Edelstahlgefäßen mittels ihrer Wasserverdrängung sowie ihrem Gewicht in Luft bestimmt. Das Verfahren ist dem schon von Archimedes (ca. 287 - ca. 212 v.u.Z) bekannten Prinzip verwandt, mit dem er die Verwendung von zu viel Silber in der goldenen Krone von König Hiero II. nachwies. Zu Zeiten von Archimedes war allerdings Wolfram als Goldersatz - mit einer fast identischen Dichte im Vergleich zum Gold - noch nicht bekannt, und auch nicht die Herstellungsverfahren, mit denen man Wolfram als vollmetallischem Kern oder gar als Verbundwerkstoff in Gold einbetten kann. Bei Goldmünzen liegen allerdings - aus Kostengründen für den Fälscher - sehr oft nur Kerne aus Kupferlegierungen, Nickel, Blei oder Stahl vor [1].
Eine zu geringe Dichte der Feingoldmünze (d.h. kleiner als 19,1 g/cm3) - bei einem angegebenen Feingehalt von 999 oder besser - wäre bereits ein erste Indikation für das Vorliegen einer Fälschung. Eine entsprechende Aussage gilt für Goldmünzen aus härteren Gold-Kupfer-(Silber)-Legierungen. Die sogenannte Krügerrand-Münze hat einen Feingehalt von 917/1000 Teilen mit 83/1000 Kupferanteil (22 karätiges Gold) und besitzt eine Dichte von 17,62 g/cm³. Wird diese Dichte in der Prüfung innerhalb einer engen Toleranz bei identischer Masse und Dimensionierung der Münze nicht erreicht, kann bereits von einer Fälschung ausgegangen werden.
Abb. 2: Teile des Dichtemeßsets für Goldbarren und Münzen
3. Im zweiten Schritt wird - nach Messung der Dicke der Münze an der Schalleinkoppelstelle - die Ultraschallgeschwindigkeit bestimmt, die für Gold und Wolfram um ca. 2000 m/s differiert. Feingold mit mindestens 999 Gehalt besitzt nach einem Gieß- oder Walzprozeß zur Herstellung eine Schallgeschwindigkeit von 3200 bis 3400 m/s, während gesintertes Wolfram bei einer Dichte von wenigstens 19,1 g/cm3 eine Schallgeschwindigkeit von über 5100 m/s besitzt. Analoge Aussagen lassen sich zudem für Platin-, Silber- und Palladiummünzen treffen. Minderwertige Kupferlegierungen und Stahl haben ebenfalls deutlich zu hohe Schallgeschwindigkeiten im Vergleich zu Goldmünzen mit einem Feingoldgehalt von mindestens 900/1000 Teilen. Krügerränder - als Münzen aus einer Gold-Kupfer-Legierung - besitzen eine Schallgeschwindigkeit von 3550 m/s [2]. Auch hier ist das Überschreiten einer engen Toleranz dieses Wertes - bei sorgfältigem Vermessen - bereits ein klares Indiz für eine Fälschung.

Abb. 3: Ultraschallprüfung mit dem ATS 1000 an Gold- und Silberbarren sowie Münzen bis 1000 g Feingewicht
Auch andere Legierungsbestandteile im Wolfram können - wenn die Einhaltung einer mittleren Dichte von mindestens 19,2 bis 19,3 g/cm gewährleistet ist - die Schallgeschwindigkeit in einer Goldmünze NICHT auf den - für ein Schwermetall - vergleichsweise recht niedrigen Wert von Feingold bringen. Auch ein Verbundmaterial aus Wolfram und Gold, ob als aufwendig herzustellendes Sinterprodukt oder als gold-ummantelter Wolframkern, wird die Schallgeschwindigkeit auf deutlich mehr als 3700 m/s ansteigen lassen, was bereits den eindeutigen Nachweis einer Fälschung darstellt. Bei Wolframkernen wird zudem die Schallwelle oft schon an der Grenzfläche zwischen Gold und Wolfram reflektiert. Dies ergibt deutlich zu kurze Schall-Laufzeiten und damit viel zu hohe scheinbare Schallgeschwindigkeiten, die dann weder zu Gold, aber auch nicht zu Wolfram passen.
4. Ein anschließend ausgedrucktes Meßprotokoll zur Dichte- und
Schallgeschwindigkeitsbestimmung vervollständigt die Messung und die gewonnenen
Meßergebnisse lassen einen
eindeutigen Schluß auf die Echtheit der Goldmünzen zu.
Quellenhinweise:
[1] Counterfeit Chinese Coin or Fake Bullion Bar Sellers on Ebay
(Liste gefälschter Edelmetall-Münzen und Barren von Verkäufern aus
China in Ebay)
http://www.china-mint.info/fakechinesecoinsellers.html
[2] Tabellen zur Schallgeschwindigkeit und Dichte von Edelmetallen (Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium, Osmium und deren handelsüblichen (Dental-) Legierungen) und Edelmetallersatzstoffen, einschließlich Wolfram, Rhenium, Tantal, Messing bei Raumtemperatur (ca. 20 °C) und Diagramme zur Dichte und Schallgeschwindigkeit von Farbgold- und Weißgoldlegierungen bei Raumtemperatur sind Bestandteil der Edelmetall-Prüfsets AuroTest ATS 1000 und ATS 2000.