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Fälschungen bei Silberbarren und -münzen
Das sprichwörtliche
Tafelsilber ist oft nur versilbert - neuerdings findet man aber solche
dünnen
Silberauflagen auch bei Barren und Münzen, denen man das leider überhaupt nicht auf den ersten Blick ansieht.
Versilberte Barren und Münzen aus unedlen Metallen sind mit dem seit Ende 2010 erheblich gestiegenen Silberpreis ein zwar nicht ganz neues Phänomen, aber ein deutlich häufigeres geworden. Seit einiger Zeit ist dieses Problem auch bei Edelmetallhändlern und Silberinvestoren verstärkt anzutreffen. Der Silberpreis steigt - so wie der Goldpreis - gegenüber allen Papier- bzw. kreditbasierten Währungen schon seit dem Jahre 2004 deutlich an und hat den Wert von 48 US-Dollar je Feinunze vor kurzem das erste Mal überschritten. Daher werden nun auch Fälschungen aus Silber für Betrüger attraktiv. Oft werden zudem größere Anlageobjekte, wie 1 Kilobarren und 5 Kilobarren aus Silber von Investoren gekauft. Für den Privat-Edelmetallinvestor gab es bisher kaum ausreichende Möglichkeiten überhaupt Fälschungen solcher Edelmetallobjekte - schon aus Kostengründen - zu entdecken. Zudem zerstören die meisten bisher verfügbaren, eindeutigen Prüfmethoden im Regelfall den Prüfling entweder durch das Anbringen von Bohrungen, Feilungen oder das Zerteilen in einer Schneidpresse. Erst nach einem Verkauf, wenn der Aufkäufer mitteilt, das etwas mit dem Kaufobjekt nicht stimmt, ist man meist auf das Problem überhaupt aufmerksam geworden. Nur leider ist es dann schon zu spät. Ernste Probleme bei allen Beteiligten - inklusive Rechtsstreitigkeiten - sind dann vorprogrammiert.
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Umicore-Feinsilberbarren mit Seriennummer |
Die oft anzutreffenden geschlossenen Kunststofffolien um die Barren zusammen mit den
eingeprägten Seriennummern und dem Herstellerlogo stellen leider keine ausreichende Garantie für
deren vollständige Echtheit dar, auch wenn dies immer wieder gern von der Verkäuferseite
behauptet wird.
Im nachfolgenden finden Sie eingehendere Informationen zum Fälschungsproblem bei Silberbarren und -münzen:
Falsche Silberbarren und -münzen werden vorzugsweise aus Messing, Blei- und Bleilegierungen, Kupfer, Zink oder Stahl hergestellt. Diese Fälschungen werden oft arglos von Investoren gekauft. Mitunter sind es auch sogenannte "Schnäppchen". Neuere Fälschungen aus Fernost besitzen ausgesprochen hochwertige Prägequalitäten, die es selbst dem Fachmann sehr schwer machen, den Unterscheid zum Original auf den ersten Blick, d.h. ohne eine weitergehende Analyse, zu erkennen. Als Beispiel kann der nachfolgend abgebildete und aus Zink gefertige Barren mit einem Silberüberzug dienen, der beim Anfeilen oder Ansägen unauffällig silberweiß bleibt.
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Falscher Silberbarren 1 oz. "PAN AMERICAN SILVER CORP" aus Zink (mit dünner Versilberung) aus Süddeutschland (Oktober 2011) |
Eine vollständige Beschreibung der Herstellung von größeren, mit Blei gefüllten 100 oz.
(3,1 kg) Silberbarren der Fa. Engelhard (USA) findet sich seit einiger Zeit auch
im Internet. Es wurden bis zu 600 dieser Barren hergestellt, wie an der von den Fälschern eingekauften Bleimenge geschlußfolgert wurde. Eine Großteil dieser Barren, die zusammen mit echten Barren zunächst an Edelmetallhändler zwischen 1985 und 1989 verkauft worden sind, dürfte
auch immer noch im Umlauf sein [1].
Bei Fälschungen von
Silbermünzen ist - wie bei Goldmünzen auch - zunächst zu unterscheiden
zwischen den numismatischen Fälschungen und den Edelmetallfälschungen. Bei den
Edelmetallfälschungen stimmt der Edelmetallgehalt der Münzen nicht, d.h.
entweder ist zu wenig von dem jeweiligen Edelmetall in der Münze enthalten im
Vergleich zum üblichen Gehalt oder sie beinhalt bis auf eine dünne
Versilberung bzw. Vergoldung gar kein Edelmetall. Der Kern der Münze wird dabei
durch unedle Metalle bzw. Legierungen ersetzt. Bei den numismatischen
Fälschungen kann der Edelmetallgehalt stimmen, aber die Münze wurde von nicht
authorisierter Stelle nachgeprägt. Eine Edelmetallfälschung ist natürlich
auch immer eine numismatische Fälschung, letztere ist aber oft deutlich
schwieriger vom Laien zu erkennen. Im Übrigen sind ein nicht unerheblicher Teil
der im freien Verkehr befindlichen deutschen Reichsgoldmünzen aus dem Zeitraum
von 1871 bis 1914 nicht authorisierte Nachprägungen und damit numismatische
Fälschungen. Ein Teil der Münzen weicht auch noch im Edelmetallgehalt vom
Sollwert 900/1000 ab, manchmal nach oben (bis +20/1000), meistens aber nach
unten (-20/1000 oder mehr). Das gleiche gilt z.B. auch für die in der Schweiz
zwischen 1897 bis 1949 geprägten sog. Vreneli. Eine Statistik der Fälschungen
deutscher und schweizerischer Goldmünzen, werden wir voraussichtlich noch in
2012 veröffentlichen.
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Falsche Maple Leaf Anlagemünzen 1 oz. mit Angaben zu kleineren Prägeungenauigkeiten |
Fälscherwerkstätten
in Fernost bieten zwischenzeitlich alle gängigen Investorenmünzen und -barren
aus Silber (Kanadische Maple Leaf, Mexikanische Libertads, Amerikanische Silver
Eagle usw.) an. Nicht in jedem Falle bestehen diese auch aus Feinsilber bzw. den
entsprechenden Silberlegierungen. Auch können entsprechende "Nachprägungen" zu
Werbezwecken oder als Souvenir bestellt werden. Manche der Prägungen
dürften einen Kopiehinweis ("COPY") besitzen, aber eine
Garantie ist dafür aber sicher nicht zur erlangen. Bei den auf den nachfolgenden
Abbildungen zu sehenden Prägestempeln wurde sich diese Mühe sicher nicht
gemacht [2].
Presse für das Fälschen von Silbermünzen mit Prägemustern |
Rändelmaschine für die Randprägung der falschen Silbermünzen |
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Auswahl an falschen Prägestempeln für Silbermünzen |
Nahbild eines gefälschten Prägestempels |
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Fertiggeprägte falsche Morgan-Silber-Dollar und andere Silbermünzen in einer Fälscherwerkstatt |
Die falschen Münzen und Barren mit einer Versilberung können mittlerweile auf gängigen Handelsplattformen leicht im Internet aus Fernost bestellt werden. Die Mindestabnahmemengen liegen bei ca. 200 bis 1000 Stück.
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Beispiel für ein Angebot von gefälschten, kanadischen Maple-Leaf Silbermünzen auf einer Handelsplattform (Versandort ist Zhongshan), die sog. Silbermünzen bestehen aus Stahl und sind versilbert [4] |
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Beispiel für ein Angebot von gefälschten, American Eagle Silbermünzen auf einer Handelsplattform (Versandort ist Shenzhen, die sog. Silbermünzen bestehen aus unedlen Metallen und sind versilbert [5] |
Die
Prüfmethoden von AuroTest bei Silberbarren und
Silbermünzen
Wie kann man - neben
dem vielfach nicht gewünschten Zerteilen oder Anbohren - nun Silber- oder
sonstige Edelmetallobjekte eindeutig prüfen?
AuroTest bietet mit den Prüfsätzen
ATS
1000 und ATS 2000 auch Meßgerätesets zur
sicheren, kombinierten Ultraschall- und Dichteprüfung an Edelmetallbarren und
-münzen aus Gold, Silber, Platin und Palladium an.
Quellenhinweise:
[1] About Lead Filled 100 Oz Silver Bars
http://about.ag/LeadFilledType2.htm
http://about.ag/LeadFilled100OunceBars.htm
[2]
REAL silver - Silver coins faked in China
http://www.youtube.com/watch?v=plkYmX2tde0
[3]
Mexican custom Silver Bullion coin - Datum: 24.10.2011
http://www.alibaba.com/product-gs/442543279/Mexican_custom_Silver_Bullion_coin.html
[4]
2011 hottest silver coin - Canadian Maple Leaf Silve - Datum: 24.10.2011
http://www.alibaba.com/product-gs/341415141/2011_hottest_silver_coin.html?s=p
[5]
Fine silver coin - American Eagle Dollars - Datum: 24.10.2011
http://www.alibaba.com/product-gs/422574318/fine_silver_coin.html